DIE FADENHEFTUNG – EINE BEWÄRHTES BUCHBINDEVERFAHREN

Einordnung

Die Fadenheftung  gehört zu der Bindetechnik des Heftens und hat eine lange Tradition.

Sie ist eine klassische Weiterverabeitungsmethode zum Herstellen mehrlagiger Druckprodukte wie Bücher oder Broschuren. Sie garantiert eine besonders  hochwertige und haltbare Bindung mit einem guten Aufschlagverhalten.

Neben der Fadenheftung gibt es noch zahlreiche weitere Heftmethoden wie beispielsweise die Fadenknotenheftung oder die japanische Bindung.

 

 

Der Herstellungsprozess

Die Fadenheftung zählt zu den Blockbindeverfahren. Ein Buchblock besteht aus einzelnen Signaturen, bei den Signaturen handelt es sich um gefalzte Druckbögen. Bei der Fadenheftung werden die Druckbögen zusammengetragen, gefalzt und mittels textiler Fäden fest miteinander vernäht. Dabei werden erst die Bögen zu Signaturen verbunden und anschließend gemeinsam zu einem festen Buchblock vernäht. Danach kann der der geheftete Block am  Rücken dünn abgeleimt und mit einer Gaze versehen werden, um die Festigkeit der Bindung noch zu erhöhen.

Das besondere an der Fadenheftung ist, dass der Heftfaden im Inneren jeder Signatur sichtbar ist. So  bietet die Fadenheftung neben der hochwertigen Bindung auch eine zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit. Die Farbenfarbe kann passend zur grafischen Aufmachung des Inhaltes ausgewählt werden. Beim Aufschlagen des Buches unterstützt sie dies die Gesamtwirkung.

Die fertigen, fadengehefteten Blöcke können nun je nach Wunsch als Buch mit einem festen Einband (Hardcover) oder als Broschur mit einem flexiblen Umschlag (Softcover) versehen werden. Eine weitere Möglichkeit bietet die besonder auffällige Bindung als Produkt mit einer sichtbaren Heftung, dem sogenannte offene Buchrücken. Auch bei dieser Form der Weiterverarbeitung kann die Vorder- und Rückseite entweder mit einem Festeinband oder eine ein flexibler Umschlag versehen werden, der in diesem Fall den Rücken nicht umschließt .

Handheftung

Maschinenheftung

Bei der Maschinenheftung unterscheidet man die vollautomatischen Industriemaschinen und die halbautomatische Fertigung für kleinere Auflagen.

Moderne Fadenheftmaschinen, die auch im Bereich des Digitaldrucks eingesetzt werden, verarbeiten Planobogen. Im ersten Schritt werden die abgenommenen Bogen gerillt und gefalzt, danach über einen Sattel zu Signaturen zusammengetragen und im Anschluss fadengeheftet.

Zur Fadenheftung durchbohren Nadeln die Bogen von der Innenseite. Eine Nähnadel führt den Heftfaden durch die entstandene Löcher, welcher von einem Greifer an die Hakennadel übergeben wird. Dieser Vorgang erfordert, dass der Faden eine Schlaufe bildet. So entsteht der für Maschinenheftungen charakteristische doppelten Faden, der im Inneren der Signatur sichtbar ist.

Zur Ausführung der Fadenheftung gibt es unterschiedliche Sticharten, wobei hierbei der Stich entweder bei allen Lagen identisch oder versetzt angebracht ist.

Im Anschluss an die Fadenheftung erfolgt abhängig vom gewünschten Endprodukt die weitere Verarbeitung des gehefteten Blocks.